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Engagements und Sponsoring

Im Gespräch mit … 

… Camille Balanche über ihre Leidenschaft für das Enduro-Mountainbiking 
 « Es ist mir ein grosses Anliegen, den Radsport weiterzuentwickeln sowie Kinder und Jugendliche darin zu sensibilisieren, wie wichtig physische Aktivität und Bewegung für ihre Gesundheit ist. »

 Camille Balanche Enduro Mountainbike

Camille Balanche hat sich dem Enduro-Mountainbike verschrieben – eine junge Sportart, welche Elemente aus dem Downhill-Rennen und dem Cross-Country kombiniert. Sie bestreitet regelmässig Wettkämpfe (z.B. Enduro World Series) auf internationalem Niveau. Die immer wechselnden Kurssetzungen und das unterschiedliche Terrain verlangen eine mentale und physische Vorbereitung. Lesen Sie im folgenden Interview, wie sie diese Herausforderungen meistert.

Camille Balanche, was sind Ihre bisherigen sportlichen Stationen?

Meine sportliche Laufbahn hat ursprünglich im Eishockey begonnen. Nach meiner Juniorenzeit durfte ich auch mit der Damen-Nationalmannschaft wertvolle Erfahrungen sammeln. Seit geraumer Zeit hat es mich aber zum Enduro verschlagen.

Team Norco enduro racing – ab 2017                      Enduro,  4. Platz bei den Enduro World Series  (EWS) in Rotorua, NZ
Team EKIBIKE – 2014 bis 2016  Mountainbike und Enduro, zwei Mal
Schweizermeisterin 
Seelanders – 2014 bis 2016  Inline-Hockey, Nationalmannschaft
NLA Volleyboys – 2011 bis 2015  Volleyball, 2. Liga
FSDK – 2010 bis 2012 Kin-Ball, NLA. Teilnahme an der
Europameisterschaft 2010
Carabin de Montréal, HC Neuchâtel – 2000 bis 2012  Eishockey, NLA und Damen- Nationalmannschaft. Teilnahme an den  Olympischen Spielen in Vancouver (2010),  Weltmeisterin A-Nationalmannschaft (2008)  und Weltmeisterin U18 (2008)
Badminton Club – 2003 bis 2005  Badminton, Junior
SEP Olympic – 2001 bis 2002                               Leichtathletik, Stabhochsprung und 100m
SECH – 1998 bis 2002  Fechten, Junioren-Schweizermeisterin (1998 und 1999)
Skiclub – 1998 bis 2002  Ski Alpin
Enduro-Mountainbike ist eine junge Sportart und dementsprechend noch nicht jedem bekannt. Können Sie uns erklären, was Sie genau unter dieser Disziplin verstehen und welche Unterschiede es zur normalen Mountainbike-Sportart gibt?

Beim Enduro handelt es sich um eine Mountainbike-Disziplin, welche in den 2000er Jahren durch die technologische Weiterentwicklung der Fahrräder aufgekommen ist. Ursprünglich inspiriert vom Motocross kombiniert Enduro Elemente aus den klassischen Downhill-Rennen und dem Cross-Country. Ein typisches Merkmal des Enduros sind die langen, technisch anspruchsvollen Abfahrten ohne künstliche Hindernisse. Die Streckenführung wird ganz durch die Natur bestimmt. Enduro ist eine physisch anspruchsvolle Disziplin, bei der technische Fähigkeiten und Konzentration gefragt sind.

Ablauf eines Rennens:

1Man startet meistens einzeln nach Startzeit im Tal und hat eine gewisse Zeit (Karenzzeit) zur Verfügung, um zum Start der ersten Etappe (Stage), bzw. zu der ersten Abfahrt zu gelangen. Die sogenannte «Stage» welche vorwiegend abwärts führt, wird dann gegen die Zeit gefahren. Reicht einem Teilnehmer die Karenzzeit für den Aufstieg nicht, wird ihm die Zeit die er zu spät ankommt an seine Stage-Zeit angerechnet. Bei den meisten Enduro-Rennen hat man vier bis fünf Stages zu absolvieren. Am Ende werden die Fahrtzeiten aller Stages addiert und so der Gewinner ermittelt.
1Quelle: www.ride.ch

Enduro ist demnach mit viel Action und Geschwindigkeit verbunden. Was fasziniert Sie persönlich an dieser Mountainbike-Disziplin?

Bei der Ausübung dieser Sportart kann ich viel Zeit mit meinen Freunden in der Natur verbringen. Ich geniesse die Geschwindigkeit und den Adrenalinkick bei den Abfahrten  – und das Privileg, mich völlig zu vergessen, Eins zu werden mit meinem Bike und dem Trail.

Camille Balanche Enduro Mountainbike

Ein Sprichwort sagt: „Vorbereitung ist das halbe Leben.“ Wie viel trainieren Sie pro Woche?

Mein Tagesablauf sieht meistens gleich aus: Ich stehe um 06:00 Uhr auf und arbeite bis ca. 14:00 Uhr. Danach beginne ich mit dem Training, ungefähr 10-15 Stunden pro Woche an 6 Tagen. Der Abend gehört dann der Regeneration mit Stretching, Massage und Sauna.

Jedes Rennen benötigt eine individuelle Vorbereitung. Haben Sie ein spezielles Ritual? Ernähren Sie sich anders? Gehen Sie früher ins Bett?

Ich habe nicht wirklich ein Ritual, vor jedem Rennen wiederholen sich die einzelnen Vorbereitungen aber immer wieder.
Zwei Tage vor einem Wettkampf trainiere ich auf der Strecke. Dabei muss ich möglichst viele Informationen über den Parcours aufnehmen und herausfinden, welches die optimale Linie oder die Schlüsselstelle ist. Ich filme meine einzelnen Trainingssequenzen für eine spätere Analyse im Team.
Am Abend vor dem Wettkampf kontrolliere ich die Fahrtauglichkeit meines Bikes, ob der Druck der Pneus in Ordnung ist, alle Schrauben angezogen sowie die Federn richtig eingestellt sind und lege mich früh ins Bett. Normalerweise schlafe ich ohne grosse Probleme sofort ein.
Ich stehe jeweils 3 Stunden vor dem Start auf, um genügend Zeit zum Frühstücken zu haben. Das sogenannte Carboloading (essen, essen, essen, d.h. eine erhöhte Nahrungsaufnahme) ist extrem wichtig. Ein Rennen dauert ungefähr sieben bis acht Stunden, dafür benötige ich viele Reserven. Und danach kann es losgehen!

Sie sind jung und voller Energie. Wie sieht Ihre Zukunft aus?

Mein Ziel ist es, nächstes Jahr als Pro Rider einzusteigen und an 8 Weltmeisterschaften teilzunehmen. Ich möchte noch viel erreichen und erleben und natürlich bei jedem Wettkampf dazulernen und mich verbessern.
Es ist mir ein grosses Anliegen, den Radsport weiterzuentwickeln sowie Kinder und Jugendliche darin zu sensibilisieren, wie wichtig physische Aktivität und Bewegung für ihre Gesundheit ist.